Jahrestagung 2026

Post-Socialist State Losses and the Legal Relevance of Interdisciplinary Provenance Evidence

(Postsozialistische Staatsverluste und die rechtliche Relevanz interdisziplinärer Provenienzbelege)

Vanda Vadász

Wann
Mittwoch, 4. November, 15:05
Wo
Museum August Kestner
Panel
Panel 12: Translokationen in Mittel- und Osteuropa

Maschinell übersetzt – Korrekturlesen ausstehend.

Provenienzforschung wird oft als Werkzeug kunsthistorischer Rekonstruktion, musealer Ethik oder Restitution gerahmt, während ihre Rolle als Rechtsbeweis bislang wenig theoretisch durchdrungen ist. Mit Fokus auf Mittel- und Osteuropa führt dieser Vortrag „postsozialistische Staatsverluste“ als eigenständige Kategorie ein: Objekte, die im Zuge politischer und rechtlicher Transformationen aus Staatseigentum und öffentlichen Sammlungen entzogen wurden. Er fragt, wie interdisziplinäre Provenienzbelege ihre Identifizierung und Rückgewinnung unterstützen können. Durch die Verbindung von Rechtsanalyse, Provenienzforschung und Kunstgeschichte mit einer Fallstudie zu einem unrechtmäßig aus Staatseigentum entzogenen Objekt wird untersucht, wie rekonstruierte Besitzketten und institutionelle Geschichten helfen, Eigentumstitel zu begründen, gutgläubigen Erwerb zu beurteilen und Streitbeilegungsstrategien zu gestalten. Der Beitrag argumentiert, dass Provenienzforschung ein Kernelement rechtlicher Tatsachenermittlung ist und prozessuale Bedürfnisse in Ansprüchen, die durch Staatseigentum und postsozialistische Übergänge geprägt sind, expliziter berücksichtigen sollte.

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