Looted Films: Integrating Cinema into Provenance Research
(Geraubte Filme: Das Kino in die Provenienzforschung einbeziehen)
- Wann
- Mittwoch, 4. November, 16:20
- Wo
- Museum August Kestner
- Panel
- Panel 16: The Materiality of the Objects
Maschinell übersetzt – Korrekturlesen ausstehend.
Betrachtet man Kino als Kulturerbe, bleibt Film ein blinder Fleck der Provenienzforschung. Seine entscheidende Rolle im NS-Regime ist gut bekannt, doch die großflächige Beschlagnahmung von Studios, Vertriebsnetzen, filmtechnischer Ausrüstung und Tausenden von Filmrollen im besetzten Europa ist bislang wenig erforscht. Die Propaganda-Abteilung unter Goebbels spielte bei dieser Enteignung eine zentrale Rolle und zentralisierte Filme im Reichsfilmarchiv in Berlin. Das Archiv wurde später 1945 von der sowjetischen Armee beschlagnahmt, und die Filme wurden teilweise auf osteuropäische Filmarchive und Kinemathek verteilt. Als zerstört vermutet und wegen ihrer reproduzierbaren Natur als geringwertige Werke betrachtet, wurden geraubte Filme folglich von Restitutionsdebatten ausgeschlossen. Anhand mehrerer Fallstudien untersuchen wir die Mechanismen und Protagonist:innen dieser Enteignung und reflektieren, was die Restitution eines Films bedeuten könnte, und plädieren damit für eine Neupositionierung der Provenienzforschung innerhalb eines interdisziplinären, archivübergreifenden und internationalen Ansatzes.
