Erinnerung kartieren. NS-Kunstraub, Verantwortung und die politische Dimension der Provenienzforschung
- Wann
- Mittwoch, 4. November, 14:45
- Wo
- Museum August Kestner
- Panel
- Panel 12: Translokationen in Mittel- und Osteuropa
Maschinell übersetzt – Korrekturlesen ausstehend.
Dieser Beitrag untersucht, wie Provenienzforschung unter sich wandelnden erinnerungspolitischen Bedingungen neu positioniert werden kann, und analysiert Karol Estreichers Index of Persons als frühes Beispiel akteurs- und netzwerkorientierter Provenienzforschung. Der vom polnischen Kunsthistoriker während des Zweiten Weltkriegs zusammengestellte Index erfasste systematisch die am NS-Kunstraub im besetzten Polen beteiligten Personen, Institutionen und Netzwerke und verschob den Fokus von den gestohlenen Objekten hin zu Strukturen der Verantwortung und Beteiligung. Als relationale Quelle offenbart er Kunstraub als organisierte Gewaltpraxis und rekonstruiert Netzwerke von Täter:innen, Vermittler:innen und Nutznießer:innen. Der Beitrag zeigt das Potenzial akteursbasierter Quellen für eine politisch engagierte und verantwortungsorientierte Provenienzforschung auf und plädiert für ihre stärkere Einbindung in digitale, international vernetzte Forschungsinfrastrukturen zwischen Polen und Deutschland.
